Seit gestern geben sich in Saarbrücken aufstrebende Jungfilmemacher und die Prominenz des deutschen, intelektuellen Kinos wieder die Klinke in die Hand. In seiner mittlerweile 35. Auflage erzeugt das Filmfestival Max Ophüls Preis mal wieder eine unheimlich inspirierende Atmosphäre in der Landeshauptstadt und lädt zu vielen Dutzend Lang-, Kurz- und Dokumentarfilmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ein.

Die Bühne des Festivals

Auch ich werde mir dieses Jahr wieder den ein oder anderen Streifen gönnen und dabei wieder auf Perlen wie Puppe, Icke und der Dicke hoffen, der letztes Jahr mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Angetan haben es mir—aus ganz unterschiedlichen Gründen—die beiden folgenden Filme jetzt schon.

Familienfieber

Morgen geht es gleich los mit etwas ganz Besonderem: Familienfieber klingt nicht nur nach einem richtig tollen Stück Kino, darüber hinaus darf ich noch eine der Darstellerinnen als Couchsurfing-Gast begrüßen—Vorfreude!

5. Februar: Wie vermutet war der Film eine wahre Perle! Die Darsteller konnten auf ganzer Linie überzeugen und präsentierten sich im anschließenden Interview auf der Bühne als eingeschworener und tief sympathischer Haufen—meine beiden Couchsurfing-Gäste waren da keine Ausnahme. Ich hoffe, wir sehen uns mal wieder!

Hier gibt es den Trailer zu sehen (und keine Angst, es werden nicht schon die besten und witzigsten Szenen vorweg genommen, das verschmitzt-kecke und auch unheimlich ehrliche Drehbuch hat da noch einiges mehr mit euch vor).

PS. Nebenbei hat der Streifen auch noch den Preis der Saarländischen Ministerpräsidentin abgesahnt. Wenn man dem Regisseur Nico Sommer glauben darf, sind in gleicher Konstellation noch weitere Projekte geplant. Man darf gespannt sein!

Art War

Auf dem internationalen Dokumentarfilmfestival DOK Leipzig noch verpasst, freue ich mich jetzt umso mehr auf Art War: Regisseur Marco Wilms zeigt hier unter dem Motto Kunst ist Waffe wie junge Ägypter Graffiti, Straßenkunst und Musik als probates Revolutionsmittel entdecken und einsetzen, um ihrem persönlichen, unvollendeten Aufstand eine Stimme zu verleihen.

Zwei der Akteure aus Art War in der Mohamed Mahmoud Straße in Kairo
Mohamed Mahmoud Straße, Kairo

Wer in der Nähe des schönen Saarlandes ist, sollte sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Nicht oft strotzt eine beschauliche Stadt wie Saarbrücken vor solch immenser Kreativität und Jugend.

5. Februar: Auch mit dem zweiten Film habe ich einen wahren Glücksgriff getan. Art War ist packende Doku, teils verstörender Voyeurismus aber zu jeder Zeit ein absolut notwendiges und immens wichtiges Zeitzeugnis. Das anschließende Interview mit Regisseur Marco Wilms und Graffiti-Künstler Ammar Abo Bakr (rechts im Bild oben) bekräftigte mich noch einmal in meiner Wahrnehmung.